Niederpöring
  Der Zweite Weltkrieg
 
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Der Zweite Weltkrieg

 

Im Zweiten Weltkrieg werden 102 Väter und Söhne von Niederpöring zur Wehrmacht eingezogen. Die meisten von ihnen kämpfen an den Kriegsschauplätzen im Osten, Westen oder Süden.

Daheim werden zur Feldarbeit auf den Bauernhöfen polnische und französische Kriegsgefangene sowie polnische und russische Zwangsarbeiter eingesetzt.

Während des Sonntagsgottesdienstes am IV.Juli 1944 greift das Kriegsgeschehen zum erstenmal auf unsere engere Heimat über: Amerikanische Flugzeuge weifen oberhalb von Lailling mehrere Bomben ab. Mitte März 1945 fallen aus einem Flugzeug der Alliierten fünf Bomben auf das freie Feld zwischen Niederpöring und Oberviehhausen. Die amerikanischen Flieger kontrollieren den Luftraum und lösen bei ihren Tiefflügen Angst und Schrecken aus. Zwei Ausbildungsflugzeuge werden vor Lailling von amerikanischen "Jägern" abgeschossen. Am Samstag, den 28.April 1945 gegen 19 Uhr stoßen amerikanische Truppen von Lailling kommend bis zur Schmidmühle vor. Noch zur gleichen Stunde jagen Pioniere eines deutschen Sprengkommandos ein Teilstück der Isarbrücke in die Luft.

In dieser bedrohlichen Situation hängt ein mutiger Niederpöringer (Rupert Heißenhuber?) im Kirchturm die weiße Fahne aus. Doch auf Befehl eines kommandierenden Offiziers muss sie von Viktor Deger und Ludwig Stoiber -beide schwer verwundet- wieder heruntergeholt werden.

In den Morgenstunden des 30.April rollen Panzerspähwagen bis zur eisernen Brücke vor. Hier geraten sie unter Artilleriebeschuss. Die Amerikaner weichen zurück und gehen hinter der Schmidmühle in Deckung. Die Einschläge der deutschen Feldgeschütze kommen immer näher. Mehrere Granaten schlagen direkt vor der Mühle ein. Die Amis ziehen sich weiter zurück und kommen mit Verstärkung wieder. Von der Straße aus, die ins Kirchenholz führt, schießen sie am Spätnachmittag ins Dorf. Die Granaten treffen die Kirche und mehrere Häuser; das Hofmeisteranwesen geht in Flammen auf. Danach kommt es zu keinen Kampfhandlungen mehr. Die deutschen Soldaten ziehen aus Niederpöring ab, die Amerikaner überqueren bei Zeholfing die Isar. Nach Niederpöring kommen sie erst einige Tage nach Kreisschluss. Der schreckliche Zweite Weltkrieg ist zu Ende.

Niederpöring beklagt 30, die Flüchtlingsfamilien 10 und Neutiefenweg 13 Gefallene.

Im Jahre 1945 kehren 49 Soldaten heim, 1946 werden 5 von den Siegermächten entlassen, 1947 sind es 3, 1948 verlassen 9 die Kriegsgefangenenlager, 1949 kehren August Pfeil, Josef Pfeil, Xaver Kiermaier, Paul Scheuerecker und Hans Schmid (Kramer) aus russischer Gefangenschaft heim und am Dreikönigstag des Jahres 1950 sieht Alois Seidnader (Grießl) als letzter Heimkehrer die Heimat wieder.

187   Flüchtlinge   und   Heimatvertriebene   finden   im

schicksalhaften Jahr 1945 in Niederpöring Aufnahme:

132 aus dem Gebiet östlich der Oder/Neiße-Linie, 26 aus der

früheren Tschechoslowakei und 29 aus Ungarn.

Vielen  von ihnen ist Niederpöring  zur neuen Heimat

geworden.

 
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